WWDC 2018, Tag 3: Die Keynote
04.06.2018 · 821 Wörter

Heute war der erste Tag der WWDC. Die Keynote stand im Mittelpunkt und – für uns Entwickler noch wichtiger – die „Platforms State of the Union“, in der die Techniker von Apple einen technischen Überblick über die wichtigsten Neuerungen geben.

Der Tag begann bereits um 5 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt haben wir von unserem Hotelzimmer bereits singende Menschen gehört, als die ersten Fans von den Apple-Mitarbeitern begrüßt. Marc und ich zogen es jedoch vor, noch eine Stunde zu schlafen…

Gegen 8 Uhr kamen wir im Convention Center an und sahen uns mit der ersten von vielen Warteschlangen am heutigen Tage konfroniert. Apple war so freundlich und hat genügend Kaffee und Snacks bereitgestellt, die Wartezeit war so relativ erträglich.

Dennoch dauerte es bis 9:30 Uhr, bis wir endlich unsere Plätze in der großen, auf ca. -10° heruntergekühlten Halle einnahmen – zusammen mit 6.000 anderen Entwicklern und vielen Pressevertretern.

Die Keynote begann pünktlich um 10 Uhr mit einem sehr unterhaltsamen Einführungsvideo über die besondere Spezies vor Ort, dem Entwickler. Wer die Keynote verpasst hat, sollte sich die Vorstellung unbedingt auf der Apple-Homepage anschauen, es lohnt sich!

Ohne mich in weiteren Details der Keynote zu verlieren – das können andere Internetformate besser – möchte ich kurz auf meine gestrigen Mutmaßungen zurückkommen:

Mit „Marzipan“ lag ich richtig. Auch wenn die Technologie, die iOS-Apps mit überschaubarem Aufwand auch (nativ) unter macOS lauffähig machen soll, noch nicht für Entwickler bereit steht, bin ich sehr gespannt auf die Zukunft. Sollte Apple diesen Spagat gut hinbekommen, ist das in meinen Augen ein guter Schritt. Gleichzeitig hat sich Apple klar auf die macOS-Plattform commited – was ich sehr begrüße. Die Technologie hat offiziell übrigens noch keinen Namen, aber „Marzipan“ beginnt sich zwischen den Entwicklern als Begriff der Wahl durchzusetzen.

Die Keynote der WWDC 2018 beginnt in San Jose

Mit macOS „Mojave“ lag ich ebenfalls richtig. Die neuen Features überzeugen und ich kann den „Dark Mode“ kaum erwarten. Der neue Mac App Store lässt mich ebenfalls hoffen, dass dieser Kanal in Zukunft wieder mehr Zuwachs erhält, da ich die Idee nach wie vor ansprechend und gut finde.

Mit meinen anderen Tipps lag ich nur mehr oder weniger richtig. Es gab, bis auf ein Pride-Armband für die Apple Watch, keinerlei neue Hardware. Schade, aber irgendwie abzusehen. Siri wurde endlich angefasst, mit Shortcuts haben wir sogar einen konkreten Use-Case, den wir für Chefkoch evaluieren werden. Der weiter Punkte, der Marc und mich in den nächsten Monaten beschäftigen wird, ist Machine Learning – auch hier gab es deutliche Fortschritte, die wir uns genauer ansehen möchten.

Nach der Keynote gab es eine kurze Mittagspause, bevor es zur „Platforms State of the Union“ ging. Diese Session ist primär technischer Natur, vieles darf ich hier gar nicht schreiben. Sagen wir so: Es war gut. Marc und ich denken, das iOS 12 ein tolles Release wird, dass wohl nicht mit Features glänzt, aber das Nutzererlebnis deutlich verbessert, vor allem auf älteren Geräten.

Das Highlight des Tages möchte ich trotzdem nicht vorenthalten: Isabella. Diese nette Teilnehmerin der WWDC ist ursprünglich aus Berlin und heute beruflich im Silicon Valley tätig. Sie hat unsere T-Shirts mit Chefkoch-Aufdruck erkannt und sprach uns umgehend an. Stolz zeige sie uns ihr iPad mit der Chefkoch-App auf der ersten Seite und versicherte, sie würde die App jeden Tag benutzen. Solche Erlebnisse tun gut! Man steckt sehr viel Herzblut in seine Arbeit, und Fans wie Isabella zeigen einem, warum. Wir haben uns so sehr gefreut, dass wir sie direkt in unsere Beta-Testgruppe eingeladen haben, um die App gemeinsam zu verbessern. Sie war begeistert und hat sich richtig gefreut.

Der offizielle Teil des Abends endete gegen 19 Uhr, nach einigen Gesprächen mit anderen Entwicklern bei einem Kaffee oder einer Soda. Selten war ich nach so einer Veranstaltung so erschlagen, doch es ging noch weiter.

Marc hatte Karten für die Aufzeichnung des Accidental Tech Podcast organisiert. Im schicken San Jose Mariott, in dem auch die AltConf 2018 parallel zur WWDC läuft, trafen sich die drei Jungs vor einem Live-Publikum. Die ca. einstündige Show war sehr unterhaltsam und das Casey (Mitte) ein großer BMW-Fan ist, war mir natürlich sympathisch… 😀

Aufzeichnung des Accidental Tech Podcast in San Jose

Nach der Aufzeichnung ging es umgehend ins Hotelzimmer, denn hwir waren platt. Die Eindrücke, die neuen Themen, das Umfeld im englischsprachigen Raum schlauchen einen sehr. Schnell noch die aktuellen Beta-Versionen von iOS für die mitgebrachten Testgeräte heruntergeladen und ab ins Hotel.

Ob unsere App ohne große Eingriffe unter iOS 12 funktioniert, werden wir morgen ausprobieren…


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