Der Tag der Abholung

Das Tesla-Emblem auf der Haube des vorderen Kofferraums („Frunk“)

Gewartet habe ich auf das Auto länger als die vier Wochen nach meiner ursprünglichen Bestellung – auch wenn ich nie ein Model 3 vorreserviert habe, habe ich doch die Entwicklung jederzeit verfolgt und wollte immer eines dieser besonderen Fahrzeuge haben.

Nun schreibe ich diese Zeilen und das Model 3 steht vor meiner Türe in Erftstadt. Das Fahrzeug, das Grundlage für diesen Blog ist und um das sich in den letzten Wochen so viel gedreht hat: Ich kann es nach wie vor nicht glauben.

Die Abholung in Neuss

Gestern gegen 15:30 Uhr machte ich mich zusammen mit meinem Vater Rolf und meiner Lebensgefährtin Manuela auf den Weg nach Neuss. Gefahren sind wir mit dem Ford Kuga meines Vaters, der bei Tesla verbleiben sollte: Das Inzahlunngsnahme-Angebot für den viereinhalb Jahre alten Diesel war überraschend lukrativ.

Direkt im Hafengebiet von Neuss, geschützt durch eine Schranke und einen Pförtner, warten hunderte Teslas auf ihre neuen Besitzer. In den Hallen herrscht industrieller Charme – über mangelnde Freundlichkeit, eine dreckige Location oder eine hektische Stimmung kann ich mich nicht beschweren, alle waren stets sehr freundlich und bemüht.

Obwohl wir 30 Minuten vor dem Termin eintrafen, haben wir maximal fünf Minuten gewartet – es ging mir sogar fast schon zu schnell! 😉 Das erste Auto, das ich im Übergabebereich sah, stellte sich als mein Fahrzeug heraus. Wenn man bei Autos von „Liebe auf den ersten Blick“ sprechen kann: Hier war es der Fall.

Die Übergabe dauerte ca. 20 Minuten, die freundliche Tesla-Mitarbeiterin nahm sich die Zeit, alle meine Fragen zu beantworten. Danach wurde die Inzahlunngsnahme des Altfahrzeugs abgewickelt und Manuela und mir blieb noch mehr als genug Zeit, unsere Checkliste zur Abholung durchzugehen (über diese werde ich in den nächsten Tagen auch noch einige Worte verlieren).

Die neuen Besitzer des Tesla Model 3 bei der Abholung in Neuss

Der Stolz ist nicht zu übersehen: Mein Vater machte während der Übergabe das erste „Familienfoto“.

Mein Auto war aufbereitet – gut, aber nicht perfekt. Es gab ein paar Stellen im Lack, die vor Ort noch gereinigt wurden, poliert werden musste nichts. An der Heckscheibe sind uns unmittelbar vor Abfahrt noch mögliche Kratzer aufgefallen; der Schaden wurde aufgenommen und wird von Tesla in den nächsten Wochen oder Monaten korrigiert, ich solle einfach einen Termin bei einem Body-Shop machen. Kommen wir zu den negativen Dingen…

Die negativen Dinge

Man kauft ein Auto für 55.380,- € nach Abzug aller Rabatte; natürlich schaut man hier etwas genauer hin. Ich fahre seit meinem 19. Lebensjahr amerikanische Fahrzeuge, vorwiegend aus den 80er Jahren – ich bin Schmerz beim Thema Lackverarbeitung, Materialanmutung und Spaltmaße also gewohnt.

In Kurzform: Mein Auto ist bei weitem nicht perfekt, aber auch nicht so schlimm, wie gerne in Foren kommuniziert wird. Die Heckklappe ist z.B. gerade eingebaut, der Ladeport korrekt eingepasst, keine Scheiben sind gerissen und auch der Frunkdeckel ist mittig montiert. Die Spaltmaße sind ebenfalls nicht perfekt, aber für meinen persönlichen Akzeptanzbereich (der kritisch ist) wirklich in Ordnung.

In der Einfahrt meiner Eltern macht das Model 3 eine hervorragende Figur. Die Spaltmaße sind, bis auf wenige Ausnahmen, absolut im Rahmen.

Dennoch gibt es sie, die „Mängel„. Doch über diese werde ich in einem separaten Artikel schreiben, denn hier soll es um die Abholung gehen. Und eine Sache darf hier natürlich nicht fehlen:

Die erste Fahrt

Man stelle sich folgendes vor:

Man steigt in sein neues Auto. Man riecht das (vegane) Leder, die Kunststoffe und andere Materialien: Neuwagengeruch, den man sonst nur aus dem Autohaus kennt. Man fährt aus der Halle der Übergabe, am freundlichen und en­thu­si­as­tischen Pförtner vorbei und ist relativ schnell aus dem Hafengebiet raus, auf der Autobahn.

Der Autopilot kalibriert sich, man gleitet lautlos im „Lässig“-Modus dahin. Langsam tastet man sich an die Funktionen und die Leistung des Fahrzeugs heran. Man hört über sein iPhone seine extra erstellte Playlist und – wie selbstverständlich – übernimmt das Fahrzeug nach ca. 50 km Kalibrierung selbständig die Kontrolle.

Zuhause angekommen möchte man es dann einmal wissen. Man steht an der Ampel und schaltet von „Lässig“ in „Standard“. Die Ampel wird grün und man drückt das Strompedal zum ersten Mal in seinem Leben (!) voll herunter…

Ich kann die Gefühle mit Worten nicht beschreiben, mir fehlt das Vokabular dafür.

Das hier ist „Autofahren 2.0“, nichts anderes. Ich bin mehr als begeistert – Autos waren für mich immer mehr als nur Fortbewegungsmittel, sondern eine Leidenschaft. Das hier ist der Hammer: Lautlose Kraft, zu jedem Zeitpunkt – es ist nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, es ist noch viel besser.

Danke an Tesla für dieses Erlebnis. Ich freue mich auf wunderbare Jahre mit meinem Model 3!

Natürlich wurde abends noch direkt das Supercharging getestet. So viele Jahre habe ich darauf gewartet, endlich an diesem Supercharger laden zu können!

In den nächsten Tagen werde ich über meine ersten Erlebnisse mit dem Model 3 berichten…

Hinweis

Dieser Artikel wurde von meinem ehemaligen Blog „T wie TESLA“ übernommen, den ich bis September 2022 betrieben habe. Der Inhalte wurde zwar redaktionell aufgearbeitet, für eine Richtigkeit kann aber keine Garantie gewährt werden.

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