Der Cybertruck ist aus dem Sack

Der Prototyp des Tesla Cybertruck bei seiner Präsentation in Los Angeles
Foto: minimal_duck, Reddit

Es ist Freitagmorgen, 5 Uhr in Deutschland. Ein ganz normaler Tag beginnt, als 9.200 km Luftlinie entfernt der Donnerstag endet. Elon Musk steht auf einer Bühne in Los Angeles und stellt ihn vor: Den Tesla Cybertruck.

Natürlich habe ich mir den Wecker gestellt, natürlich habe ich das Event live von der Couch verfolgt. Und natürlich habe ich mit vielem gerechnet, aber nicht damit: Einem fahrenden Dreieck.

Ich gebe zu, dass ich anfangs von der Optik geschockt war. Mit diesem Gefühl stand ich auch nicht alleine da, wenn ich mir die Reaktionen im Internet in Erinnerung rufe. Heute, fast eine Woche später, sieht die Sache anders aus:

Ich habe den Cybertruck vorbestellt.

Eine gelungene Präsentation?

Nicht alles hat geklappt, als Elon Musk und Franz von Holzhausen das neueste Elektrofahrzeug von Tesla präsentierten.

Zwei Seitenscheiben des Prototypen mussten dran glauben. Die Demo der Bruchfestigkeit des als „transparenten Metalls“ angepriesenen Glases war bestimmt anders geplant: Die Scheiben brachen, das Netz flippte aus. Warten wir mal ab, ob dieser Faux-Pas sich nicht als positive Meme- und Werbequelle herausstellen wird. Es wäre nicht das erste Mal.

Dennoch bleibt mir die Veranstaltung als „gelungen“ in Erinnerung. Die martialische Optik des Cybertruck ist (endlich) mal etwas völlig anderes. Der Einstiegspreis mit $ 39.900 ist (viel) geringer als erwartet. Die Leistungs- und Reichweitedaten sprengen alles, was ich erwartet habe.

Nachfolger meines Model 3?

Ja, ich bin Vorbesteller des Tesla Cybertruck.

Ich habe mich für die Variante mit zwei Motoren „angemeldet“, auch Full Self-Driving fand seinen Weg in meine Vorbestellung. Fällig wurden dafür 100 €, ein überschaubarer Betrag für einen Platz in der Schlange.

Bis zum heuten Tag sind laut Elon Musk bereits 250.000 Vorbestellungen eingegangen. Für das von der Presse als „Nischenfahrzeug“ bezeichnete Fahrzeug ist das keine schlechte Zahl.

Machen wir uns aber nichts vor: Der geringe Anzahlungsbetrag von 100 €, der darüber hinaus voll erstattungsfähig ist, fordert nicht viel Überwindung.

Ob der Cybertruck mein Model 3 in zwei bis drei Jahren ablösen wird? Ich bin skeptisch. Die Maße des neuen Tesla-Fahrzeugs sind für europäische Verhältnisse geradezu riesig: Fast 6 m Länge, 2 m Breite und 1,9 m Höhe müssen erstmal in eine Garage passen.

Ob eine Garage bei einem Exoskelett aus Edelstahl überhaupt notwendig ist, sei dahingestellt. Dennoch stellt ein (liebevoll) als „Panzer“ bezeichnetes Fahrzeug wie der Cybertruck gewisse Anforderungen an seine Umwelt: Zu eng dürfen die täglich zu befahrenen Zielgebiete nicht sein.

Warum meine Vorbestellung?

Mein Leben befindet sich zur Zeit im Wandel. In zwei bis drei Jahren können bzw. werden viele Dinge passieren.

Wer weiß, vielleicht wohne ich in zwei bis drei Jahren mit meiner Familie (noch) etwas ländlicher als heute. Vielleicht pendle ich nicht mehr 120 km am Tag ins Büro und zurück. Und vielleicht habe ich auch in zwei bis drei Jahren noch BMW Z3 Roadster und Pontiac Firebird Trans Am als Hobby-Fahrzeuge, die ab und an transportiert werden müssen.

Und wenn nicht? Dann sind die 100 € voll erstattungsfähig. Möge Tesla bis dahin mit der Summe arbeiten und schauen, dass der Cybertruck schnell auf die Straße (oder auch abseits der Straße?!) kommt.

Das macht dann 200.501 Stück. Ich freue mich!

PS: Das Titelbild meines Artikels

Normalerweise verwende ich einen Mix von eigenen Bildern oder Bildern von Unsplash. Doch das heutige Titelbild erfordert eine besondere Erwähnung.

Das Bild stammt vom Benutzer „minimal_duck“ der Internetplattform „Reddit“. Er war so lieb, mir die Verwendung des Fotos zu erlauben.

Hinweis

Dieser Artikel wurde von meinem ehemaligen Blog „T wie TESLA“ übernommen, den ich bis September 2022 betrieben habe. Der Inhalte wurde zwar redaktionell aufgearbeitet, für eine Richtigkeit kann aber keine Garantie gewährt werden.

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